Dynamiken des Intransitiven. Ungerichtete Interventionen (German)
Die Jahrestagung eröffnete den Dialog zwischen Kunstschaffenden, Wissenschaftler*innen und der Öffentlichkeit, mit einem Programm, das sich durch eine Bandbreite an Formaten auszeichnete. Es wechselten sich impulsgebende Vorträge und Diskussionen mit geteilten Erfahrungsräumen ab, wie Emanzipatorische Stadtspaziergänge »F_WALKS« von fem_arc oder dem Podium »Scheiter eiGEnSiNn Umpruvusutuun – try again« der SFB-Mitglieder Eva Backhaus, Andrea Schütte, Sophie Schultze-Allen, Mimmi Woisnitza. Ebenso waren verschiedene Performances Teil des Programms, wie die Performance »Interwoven Sound Spaces« mit Robert Ek, Cosima Gerhardt, Berit Greinke, Stefan Östersjö, Mattias Petersson und Federico Visi im Roten Salon der Volksbühne oder die Theaterperformance »Broken Bet« von Laly Zami und Oxana Chi sowie die Reading Performance »Dreamtime X« von Brandon LaBelle im Pfefferberg Haus 13. Das klangvolle Ende der Jahrestagung 2023 markierte die Abschlussparty mit DJ Calamidades Lola und DJ Radio Vampiro.
Eine Übersicht der Dokumentation verschiedener Beiträge der Jahrestagung 2023 findet sich auf der Webseite des ICI Berlin:
- Die Begrüßung (DE) des damaligen SFB-Sprechers Jürgen Brokoff sowie einleitende Worten (EN) des SFB-Geschäftsführers Tim Lörke eröffneten die Jahrestagung.
- In dem Vortrag »Intransitive Institutionalisierung: Rechte der Natur« (DE) des Rechtswissenschaftlers Bertram Lomfeld wurden aus Sozial- bzw. Gesellschafts- und Systemperspektive Institutionalisierungsprozesse von Kollektiven reflektiert. Im Zentrum stand die Frage, ob angesichts der Institutionalisierung ein Teil der Gerichtetheit von Interventionen in dieser Prozesshaftigkeit aufgeht und als Konsequenz ungerichtete Handlungen oder Praktiken entsteht. Im Anschluss fand eine kurze Paneldiskussion unter der Moderation (DE) von Matthias Warstat statt.
- In dem Beitrag »The Wilfull Artist: Getting it Built« (EN) der Kuratorin und Philosophin Sue Spaid wurden verschiedene kollaborative künstlerische Projekte vorgestellt, welche jeweils Komponenten von Praktiken des Wohlbefindens (well-being practices) aufweisen. Die performativen Handlungen (acts), welche ursprünglich als Heilungspraktiken (healing acts) intendiert waren, würden ungerichtet bzw. zufällig Überlebenspraktiken (survival skills) hervorbringen. Zentral stand damit die Frage: Was erschaffen wir? (What are we building?) Im Anschluss fand eine kurze Diskussion unter der Moderation (EN) von Eva Backhaus statt.
- Unter dem Programmpunkt »Literatur und ungerichtete Intervention« fand, nach einer kurzen Autorinnen-Vorstellung (DE) durch Isabella Tschierke und Andrea Schütte, eine Lesung (DE) der Autorin Heike Geißler aus ihrem Roman »Die Woche« statt. In der anschließenden Diskussion zur Lesung von »Die Woche« (DE) wandten sich die drei unter der Lupe der »uneindeutigen Deutlichkeit« dem Schreiben über Aktivismus sowie dem Sprechen über die gesellschaftlichen Prozesse Leipzigs des bewegten Jahres 2015 zu.
- Das Ziel des performance-philosophischen Beitrags »(Just) Life…Becoming Philosophy?« (EN) der Philosophin Alice Lagaay war das Evozieren eines kollektiven Nachdenkens über Etwas (collectively think about something), gekoppelt an die Frage: Ist es überhaupt möglich kollektiv zu Denken? (Is it possible to think collectively?) Der Beitrag verspricht eine wissenschaftlich, anekdotische Einordnung ins Thema, ein gemeinsames Ausprobieren und kuratierte Momente des kollektiven Austauschs.